Jahre der Konsolidierung

1821-1845

Die Gründungsväter der UNION haben "als erstes unumstößliches und unabänderliches Grundgesetz" in die Satzung aufgenommen, dass die UNION sich nie auflösen könne. Wie wichtig dieser Gedanke für die zukünftige Entwicklung des Vereins werden solle, zeigt sich schon in den nächsten Jahren, als der Mitgliederstand aus unbekannten Gründen zu sinken beginnt und im Jahre 1829/30 mit 22 Personen einen vorher ungeahnten Tiefstand erreicht. Nachdem sich das Clublokal zwischenzeitlich im "Hotel de Prusse" am Damm befunden hat, wechselt man 1830 in die Restauration und Schweizer Conditorei im Vieweg-Haus Vor der Burg. Das zentral gelegene und gut geführte Haus verfehlt die Wirkung auf Mitglieder und Interessenten nicht. Die Mitgliederzahl steigt von 22 auf 55.
„Die Erholungsstunden zweckmäßig und auch angenehm" zu verbringen, gehört seit der Gründung zu den Hauptanliegen der Unions-Mitglieder. Deshalb werden von Anfang an erhebliche Beträge für die Beschaffung von Musikinstrumenten, Musikalien, Büchern, Zeitschriften, Billardtischen u. a. aufgewandt. Einige Mitglieder nehmen  sogar Gesangsunterricht, worüber es mit weniger sangesfreudigen Mitgliedern Differenzen gegeben haben soll.  Auch Kegeln und regelmäßige Tanztees gehören zu den Vergnügungen der Mitglieder.

Eine besondere Bedeutung wird damals wie heute der alljährlichen Weihnachtsfeier beigemessen; schon zu jener Zeit spielt die Verlosung von Geschenken eine wesentliche Rolle. Kein Wunder, dass eine  Tombola auch heute noch Bestandteil der Unions-Weihnachtsfeier ist. Ebenso wenig überrascht es, dass die Mitglieder der UNION deren Gründungstag 18. Oktober schon damals mit einem festlichen Essen feiern.
1836 wird das Clubheim in den "Sächsischen Hof" in der Gördelinger Straße verlegt. Die Aktivitäten der UNION erstrecken sich nach wie vor in erster Linie auf die Geselligkeit. Dadurch verpasst sie 1841 die Chance, durch die Übernahme von Aufgaben der Kaufmannschaft, ihre Attraktivität für neue Mitglieder weiter zu steigern und ihre Position in der Stadt Braunschweig zu stärken. In diesem Jahr genehmigt nämlich das Herzogliche Staatsministerium  der Braunschweiger Kaufmannschaft die Gründung eines Vereins, der anstelle der Kaufmannsinnung die Standesinteressen der Braunschweiger Kaufleute wahrnehmen sollte. 

1844, ein Jahr nach dem 25jährigen Bestehen, wechselt die UNION erneut das Clublokal. Neuer Vereinssitz wird das renommierte „Hotel d´Angleterre“ in der Breiten Straße. Der Umzug zahlt sich für den Club aus: Die Mitgliederzahl steigt beachtlich. Ein Jahr später erwächst der UNION weitere Konkurrenz innerhalb der Kaufmannschaft. Es konstituiert sich ein neuer Verein, die „Kaufmanns-Halle“. Gründer sind ausschließlich Geschäftsinhaber, einige bereits Mitglieder der UNION. Man vermutet, die Unternehmer wollen damit eine Distanz zu den vielen angestellten Kaufleuten in der UNION aufbauen. 
Die für ganz Europa revolutionären Ereignisse im Jahr 1848 lassen auch die Mitglieder der UNION nicht unberührt. Auf Beschluss der Generalversammlung vom 15. September wird daher eine Anpassung der Statuten an das neue Gesellschaftsbild vorgenommen.

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